ADHS verstehen und differenziert einordnen
Aufmerksamkeit ist mehr als Konzentration – und Diagnostik mehr als ein Test
ADHS-Diagnostik für Kinder und Jugendliche in Brilon (Sauerland) schafft Klarheit, wenn Verhalten schwer einzuordnen ist. Viele Kinder wirken unruhig, leicht ablenkbar oder verlieren schnell den Fokus – doch nicht immer steckt tatsächlich ADHS dahinter.
Eine fundierte Diagnostik hilft, genauer hinzuschauen und zu verstehen, wie Aufmerksamkeit, Verhalten und Anforderungen zusammenwirken.
Dabei geht es bei ADHS nicht einfach um „zu wenig Konzentration“, sondern um eine veränderte Steuerung von Aufmerksamkeit, Impulsen und Aktivität. Das kann sich sehr unterschiedlich zeigen – von verträumter Unaufmerksamkeit bis hin zu ausgeprägter Unruhe.
Gleichzeitig können ähnliche Verhaltensweisen auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Über- oder Unterforderung, emotionale Belastungen oder ein nicht passendes Lernumfeld.
Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend. Sie hilft, Verhalten nicht vorschnell einzuordnen, sondern im Zusammenhang zu verstehen – und darauf aufbauend passende nächste Schritte abzuleiten.
Wann ist eine ADHS-Diagnostik sinnvoll?
Eine diagnostische Abklärung kann sinnvoll sein, wenn du den Eindruck hast, dass dein Kind im Alltag oder in der Schule Schwierigkeiten hat, seine Aufmerksamkeit zu steuern oder sein Verhalten zu regulieren – und sich diese Muster über einen längeren Zeitraum zeigen.
Typische Anhaltspunkte können sein:
- Dein Kind lässt sich leicht ablenken oder verliert schnell den Fokus
- Aufgaben werden begonnen, aber nur schwer zu Ende geführt
- Es wirkt häufig unruhig, impulsiv oder „getrieben“
- Es fällt schwer, sich zu organisieren oder an Absprachen zu halten
- Hausaufgaben oder schulische Anforderungen führen regelmäßig zu Konflikten
- Dein Kind zeigt große Unterschiede zwischen dem, was es kann, und dem, was es tatsächlich zeigt
Gleichzeitig kann eine Abklärung auch dann sinnvoll sein, wenn dein Kind gut angepasst wirkt, aber viel Energie aufbringen muss, um Anforderungen zu bewältigen.
Wichtig ist:
Diese Verhaltensweisen sind nicht automatisch ein Hinweis auf ADHS. Sie können auch andere Ursachen haben – zum Beispiel Über- oder Unterforderung, emotionale Belastungen oder ungünstige Lernbedingungen.
Eine fundierte Diagnostik hilft dabei, diese Unterschiede sichtbar zu machen und Verhalten im Zusammenhang zu verstehen.
Was umfasst die ADHS-Diagnostik?
Eine fundierte ADHS-Diagnostik besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Symptome zu erfassen, sondern zu verstehen, wie Aufmerksamkeit, Verhalten und Leistungsfähigkeit zusammenwirken.
1. Anamnese und Vorgespräch
Zu Beginn erfasse ich die Entwicklung deines Kindes sowie die aktuelle Situation im Alltag, in der Schule oder im Kindergarten. Ein strukturiertes Gespräch bildet die Grundlage, um die Fragestellung klar einzuordnen.
2. Intelligenzdiagnostik
Ein wichtiger Baustein ist die Erhebung des intellektuellen Fähigkeitsprofils, da sich Aufmerksamkeitsprobleme häufig nur im Zusammenhang mit den kognitiven Voraussetzungen sinnvoll einordnen lassen. Hierfür setze ich standardisierte Screeningverfahren wie den CFT-20 R oder den Ravens 2 ein.
3. Strukturiertes Interview
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist ein standardisiertes Interviewverfahren, das die typischen Merkmale einer ADHS systematisch erfasst. Je nach Alter und Fragestellung nutze ich hierfür Verfahren wie das DISYPS-ILF oder das DIVA 5.
Diese Interviews ermöglichen eine differenzierte Einschätzung und tragen dazu bei, Beobachtungen und Fragebogenergebnisse gezielt einzuordnen.
4. Ergänzende Testverfahren und Fragebögen
Je nach Fragestellung werden weitere Verfahren eingesetzt, um ein differenziertes Bild zu erhalten. Dazu können unter anderem gehören:
- Fragebögen für Eltern und Lehrkräfte
- Je nach Fragestellung und Alter den ADHS-KJ oder das Computertestverfahren ADHS 6-12
- Verfahren zur Erfassung exekutiver Funktionen
- Konzentrationstests wie den KiKo
- Motivations-, Emotions- und Angstfragebögen
- Screening-Verfahren zu Komorbitäten
Ergänzend werden vorhandene schulische Unterlagen wie Zeugnisse einbezogen. Sie geben Hinweise auf den bisherigen Lernverlauf, Leistungsentwicklungen und mögliche Diskrepanzen im schulischen Kontext.
Wichtig:
Ich wähle die Verfahren gezielt auf Grundlage des Anamnesegesprächs aus. Es werden nur die Methoden eingesetzt, die für eine fundierte Einschätzung wirklich notwendig sind.
5. Einordnung im Gesamtzusammenhang
Die Ergebnisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit den Lebensbedingungen deines Kindes eingeordnet. So wird sichtbar, welche Faktoren das Verhalten beeinflussen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
6. Auswertung und Bericht
Die Ergebnisse werden verständlich aufbereitet und im Rahmen eines Beratungsgesprächs ausführlich erläutert.
Du kannst dabei wählen zwischen:
- einem übersichtlichen Kurzbericht mit den wichtigsten Ergebnissen und Empfehlungen
- oder einem ausführlichen Bericht, der die Diagnostik detailliert dokumentiert (z. B. für Schule oder weiterführende Stellen)
Wichtiger Hinweis zur Einordnung
Die Diagnostik dient der fachlichen Einordnung und als Grundlage für weitere Schritte. Ich stelle keine medizinischen Diagnosen im Sinne einer klinischen Behandlung und verordne keine Medikamente oder Therapien.
Falls eine medizinische Abklärung erforderlich ist, erfolgt die Weitervermittlung an entsprechend qualifizierte Fachstellen (z. B. Kinder- und Jugendpsychiatrie).
Es kann vorkommen, dass einzelne Institutionen ergänzende Untersuchungen durchführen, da unterschiedliche Anforderungen und Rahmenbedingungen bestehen.
Was unterscheidet meine ADHS-Diagnostik von anderen?
ADHS-Diagnostik wird häufig auf einzelne Tests oder Fragebögen reduziert. Dabei entsteht schnell der Eindruck, dass ein Ergebnis eindeutig feststeht – unabhängig vom Kontext.
Mein Ansatz ist ein anderer.
Die Diagnostik basiert auf wissenschaftlich fundierten, standardisierten Verfahren und orientiert sich an aktuellen fachlichen Standards. Gleichzeitig betrachte ich Verhalten nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit den individuellen Voraussetzungen und Lebensbedingungen deines Kindes.
Das bedeutet: Neben den Testergebnissen fließen auch das Lernumfeld, die Anforderungen in Schule oder Kindergarten sowie familiäre Dynamiken in die Einordnung mit ein.
Ein zentraler Bestandteil meiner Diagnostik ist deshalb die Verknüpfung verschiedener Perspektiven: Testergebnisse, Beobachtungen, Interviews und schulische Erfahrungen werden zusammengeführt und differenziert eingeordnet.
So wird sichtbar, ob tatsächlich eine Aufmerksamkeitsproblematik vorliegt – oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen, wie zum Beispiel:
- Über- oder Unterforderung
- emotionale Belastungen
- ungünstige Lernbedingungen
- besondere Begabungen
Mir ist wichtig, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten oder zu pathologisieren. Stattdessen geht es darum, ein stimmiges Gesamtbild zu entwickeln, das als Grundlage für passende nächste Schritte dient.
Diagnostik bedeutet für mich nicht, ein Kind „in eine Kategorie einzuordnen“, sondern zu verstehen, was es braucht, um seine Fähigkeiten zeigen zu können.
Was bedeutet das konkret für dein Kind?
Nach der Diagnostik hast du nicht nur ein Ergebnis – sondern ein klares Verständnis dafür, wie dein Kind denkt, lernt und handelt.
Du erkennst,
- wo die Stärken deines Kindes liegen und wie sie gezielt genutzt werden können
- welche Faktoren aktuell Schwierigkeiten verursachen oder verstärken
- und welche Bedingungen dein Kind braucht, um sein Potenzial besser zeigen zu können
Das schafft Entlastung – für dein Kind und für dich. Verhalten wird nachvollziehbar, und viele Fragen lassen sich endlich einordnen.
Auf dieser Grundlage entstehen konkrete nächste Schritte: für den Alltag zu Hause, für die Schule oder den Kindergarten.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
- Anforderungen besser anzupassen
- Lern- und Arbeitsstrategien gezielt zu entwickeln
- Druck zu reduzieren und gleichzeitig passende Herausforderungen zu schaffen
- Gespräche mit Schule oder Kindergarten klarer und fundierter zu führen
Ziel ist nicht, dein Kind zu verändern, sondern die Bedingungen so zu gestalten, dass es seine Fähigkeiten zeigen und entwickeln kann.
Begleitung über die Diagnostik hinaus
Diagnostik schafft Klarheit – Veränderungen entstehen im Alltag.
Wenn du dir wünschst, die Erkenntnisse aus der Diagnostik nicht nur zu verstehen, sondern auch nachhaltig umzusetzen, begleite ich dich und dein Kind gerne weiter.
Im Rahmen der systemischen Beratung arbeiten wir gemeinsam daran, neue Strategien zu entwickeln, festgefahrene Muster zu verändern und passende Lösungen für eure konkrete Situation zu finden.
Das kann sowohl dich als Elternteil betreffen als auch den Umgang mit schulischen Anforderungen oder herausfordernden Alltagssituationen.
Die Begleitung ist dabei individuell gestaltbar und orientiert sich an eurem Bedarf.
→ Mehr zur systemischen Beratung und Begleitung
Kosten
Transparenz ist mir wichtig, damit du gut einschätzen kannst, welcher Rahmen für dich passt.
Meine Leistungen werden als Selbstzahlerleistung angeboten und sind nicht über die gesetzliche Krankenkasse abrechenbar.
Diagnostik und Leistungen
- ADHS-Diagnostik (inkl. Kurzbericht und IQ-Screening): 950 €
- ADHS-Diagnostik mit umfassender Intelligenzdiagnostik: 1200 €
- ADHS-Screening (Anamnese, Fragebögen, ein computergestützter Test, Kurzbericht, IQ-Screening und Beratung): 285 €
- Ausführlicher schriftlicher Bericht (optional): 180 €
- Weitere Beratungsgespräche: 120 €
Je nach Fragestellung ist nicht immer eine umfassende Diagnostik erforderlich.
Hinweis zur Einordnung
Die Diagnostik erfolgt auf fachlich fundierter Grundlage und dient der differenzierten Einordnung. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist derzeit nicht möglich.
Finanzierungsmöglichkeiten
Mir ist es wichtig, dass der Zugang zu Diagnostik und Beratung nicht an finanziellen Hürden scheitert.
Wenn du die Kosten nicht auf einmal tragen kannst, sprich mich gerne an. In vielen Fällen lässt sich eine individuelle und faire Ratenzahlung vereinbaren.
Wie geht es jetzt weiter?
Der nächste Schritt ist die telefonische Sprechstunde.
Dort klären wir deine Fragestellung, besprechen offene Punkte und schauen gemeinsam, welche Form der Diagnostik für dein Kind sinnvoll ist. So entsteht eine klare Grundlage für die weiteren Schritte und die Terminplanung.
→ Termin für die telefonische Sprechstunde vereinbaren